Internationale Steuer Trends aus München am 17.07.2021:

 

AUSLANDS HOLDING OPTIMIEREN

 

Der Nachweis einer tatsächlichen wirtschaftlichen Tätigkeit im einen niedrigbesteuernden EU-Staat ist Voraussetzung der steuerlichen Anerkennung einer Holdinggesellschaft in Deutschland. Hierzu müssen bestimmte Sachverhalte verwirklicht werden. Nach Ansicht der deutschen Finanzverwaltung gilt, dass ...

 

  • eine gezielte Nutzziehung der Ressourcen im Aufnahmestaat vorliegen muss, z. B. gut ausgebildetes Personal oder günstige Produktionsbedingungen im Rahmen der Beschaffungsmarktaktivität oder z. B. besondere Kundennähe im Rahmen der Absatzmarktaktivität. Die Ausübung der Geschäftstätigkeit im Aufnahmestaat muss hierbei einen relevanten Umfang erfordern und erreichen. Die Teilnahme am dortigen Marktgeschehen muss aktiv, ständig und nachhaltig sein. Für Kapitalanlagegesellschaften bedeutet dies, dass der Kapitalbeschaffungs- oder Investitionsmarkt im Aufnahmestaat liegt. Nicht ausreichend ist beispielsweise die Anmietung von Büroräumlichkeiten bzw. eine nur geringfügige Wahrnehmung von Funktionen, insbesondere wenn die Wahrnehmung dieser Funktionen nicht ortsgebunden ist;
  • die Zwischengesellschaft nicht nur personell, sondern auch sachlich angemessen ausgestattet sein muss, so dass sie in der Lage ist, die angestrebten wirtschaftlichen Kernfunktionen selbständig auszuüben;
  • die wesentlichen unternehmerischen Entscheidungen durch die ausländische Gesellschaft selbst getroffen werden müssen. Die Gesellschaft muss ihre wirtschaftliche Kernfunktion selbst ausüben. Dies ist nicht der Fall, wenn die Gesellschaft ihre wesentliche wirtschaftlliche Tätigkeit durch Dritte besorgen lässt. 

 

 

Des Weiteren hat - nach Ansicht der Finanzverwaltung - der Steuerpflichtige nachzuweisen, dass die Beteiligung an der ausländischen Gesellschaft keine rein künstliche Gestaltung darstellt. Eine solche rein künstliche Gestaltung liegt allgemein in jeder Vorkehrung, deren Hauptziel oder eines derer Hauptziele darin besteht, durch Tätigkeiten im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats erzielte Gewinne künstlich in Drittstaaten oder Gebiete mit niedrigem Besteuerungsniveau zu transferieren. Folglich sind - nach Ansicht der Finanzverwaltung - über die vorgenannten Substanzerfordernisse hinaus triftige wirtschaftliche, d. h. außersteuerliche, Gründe für die Beteiligung an der ausländischen Gesellschaft - zum Beispiel im Fall der niedrigbesteuerten Holdinggesellschaft - darzulegen und nachzuweisen. Dazu gehört der Nachweis, dass keiner der Hauptzwecke der Beteiligung die Erlangung eines steuerlichen Vorteils ist.

 

Was macht nun einen guten Holdingstandort unter steuerlichen Gesichtspunkten interessant:

 

  • Niedrige laufende Besteuerung der Holdinggesellschaft (und ggf. ihrer Mitarbeiter)
  • keine Substanzbesteuerung von Beteiligungsbesitz (Vermögenssteuer)
  • Steuerfreiheit von Beteiligungseinkünften und Veräußerungsgewinnen
  • keine oder geringe Quellensteuern auf abfließende Dividenden, Lizenzgebühren und Zinsen
  • Abzugsfähigkeit von Finanzierungsaufwendungen/ Möglichkeit der steuerwirksamen Abschreibung von Beteiligungen

 

Gern beraten wir Sie hierzu!